Motorradreifen Bauarten

Bei Motorradreifen unterscheidet man hauptsächlich vier verschiedene Bauarten. Neben den Diagonalreifen gibt es Breakerreifen, Diagonal-Gürtelreifen und Radialreifen. Der gebräuchlichste Motorradreifen ist nach wie vor der Diagonalreifen, der seinen Namen vom diagonalen Karkassenaufbau erhält. Bei dessen Herstellung findet in der Regel ein Materialgewebe aus Rayon oder Nylon Anwendung. Die relativ einfache Konstruktion bietet mit ihren stabilen Seitenbereichen vielfältige Anwendungsmöglichkeiten. Der Reifen verfügt über einen guten Durchschlagschutz und kann deshalb auch im Gelände eingesetzt werden. Sein Aufbau lässt eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 240 km/h zu.

Der Breaker-Reifen ist im Grund eine Weiterführung des Diagonalreifens. Auch dabei wird die Karkasse vorwiegend aus Nylon- oder Rayongewebe gefertigt. Ziel bei der Herstellung des Breakers war es, eine Laufflächenverstärkung im Innenbereich zu integrieren. Folge dieses Aufbaus war eine geringe Querschlupf und der damit verbundene Gewinn einer weit höheren Laufleistung. Meist werden der Breaker und die Karkasse aus denselben Materialien hergestellt. Außerdem weist die Verbesserung einen größeren Pannenschutz für den Reifen auf.

Mit dem Diagonal-Gürtelreifen wurde eine Mischform des Diagonal- und des Radialreifens entwickelt. Seine Karkasse hat nach wie vor eine Schrägstruktur wie der Diagonalreifen, jedoch besitzt dieser Reifen schon einen Gürtelaufbau, der vorzugsweise aus Kevlar gefertigt wird, während beim Karkassenmaterial auch hier auf ein Nylon- oder Rayongewebe zurückgegriffen wird. Diese Reifenbauart kann schon äußerlich an seiner Aufschrift identifiziert werden. Ein „B“ in der Reifengrößenkennung steht für „bias-belted“, also Diagonal-Gürtel.

Der Radialreifen besitzt einen stabilisierenden Gürtel unterhalb der Lauffläche. Dadurch weist er einen erheblich geringere Fliehkraftverformung auf, die ihn zu weit höheren Geschwindigkeiten befähigt als andere Reifenbauarten. Der Karkassenwinkel beträgt rund 90 Grad zur Fahrtrichtung, während der Gürtelwinkel zwischen Null und 25 Grad beträgt. Eine weitaus geringere Erwärmung des Reifens wird durch Materialeinsparungen in den Seitenbereichen erzielt, die gleichsam für eine gesteigerte Höchstgeschwindigkeitsfestigkeit sorgen. Ein Radialreifen dehnt sich bei über 200 km/h nur um einige Millimeter im Durchmesser aus. Ein herkömmlicher Reifen erfährt dagegen eine durchschnittliche Ausdehnung von beachtlichen 2 cm. Wer heute ein neues Motorrad kauft, muss wissen, dass moderne Maschinen vom Fahrverhalten her für Radialreifen konzipiert wurden. Auch diese Bauart kann in der Aufschrift bei der Größenbezeichnung durch den Buchstaben „R“ für „Radial“ abgelesen werden.

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